Österreichisches Gericht entscheidet: FIFA-Loot Boxen verstoßen gegen das Glücksspielgesetz

von Constanze
Veröffentlicht 22/12/2023

Ein Richter in Österreich hat entschieden, dass die Lootboxen von FIFA gegen die Glücksspielregeln des Landes verstoßen und hat angeordnet, dass die betroffenen Spieler eine Rückerstattung erhalten.

Österreichisches Gericht entscheidet: FIFA-Loot Boxen verstoßen gegen das Glücksspielgesetz

Sony kann aber noch in Berufung gehen, nachdem es gezwungen wurde, PlayStation-Spieler zu entschädigen, die wegen FIFA Ultimate Team geklagt hatten

Wie die deutsche Website GamesWirtschaft berichtet, stufte das Bezirksgericht Hermagor die Kartenpakete für FIFA Ultimate Team als illegales Glücksspiel ein. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Spieler ihre Karten auf einem Sekundärmarkt gewinnbringend verkaufen können, wodurch die zufällig ausgewählten Objekte einen gewissen Geldwert erhalten.

Zur Erklärung
Lootboxen sind virtuelle Überraschungspakete, die Spieler – oft mit echtem Geld – kaufen können, um eine zufällige Auswahl an Gegenständen im Spiel zu erhalten.

Die Entscheidung wurde nach einem Gerichtsverfahren aus dem Jahr 2022 zwischen einer Reihe von FIFA-Spielern, die PlayStations besaßen, und Sony Interactive Entertainment Network Europe Ltd. getroffen. Da die Beutekisten über den PlayStation Store erworben wurden, gelten die Kaufverträge der Nutzer mit Sony und nicht mit dem FIFA-Entwickler und -Verleger Electronic Arts, gegen den sich die Klagen richten.

Ein Spieler, der Klage eingereicht hatte, verlangte eine Rückerstattung von 338,26 Euro, die er für den Erhalt von FIFA-Packs aufwendete. Und das Gericht ordnete an, dass Sony den Betrag als Entschädigung zu zahlen hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Sony das Recht hat, Berufung einzulegen.

Insgesamt haben sich laut GamesWirtschaft etwa 1.000 FIFA-Spieler an Padronus gewandt, eine Anwaltskanzlei, die sich auf die Entschädigung von Verlusten in Online-Casinos spezialisiert hat. Die Forderungen belaufen sich auf durchschnittlich etwa 800 Euro, welche die jeweiligen Spieler für die Lootboxen investiert haben. In einigen Extremfällen allerdings sogar auf bis zu 85.000 Euro.

Aufgrund der Beliebtheit des Spiels steht FIFA Ultimate Team schon lange und häufig im Mittelpunkt von Streitigkeiten darüber, ob Lootboxen mit dem Glücksspielgesetz konform seien. Dieses Urteil gibt vorläufig erste Klarheit jetzt auch für Österreich.

Im Jahr 2018 waren die Niederlande eines der ersten Länder, die FIFA-Kartenparks zu illegalen Glücksspieleinrichtungen erklärten; das höchste Verwaltungsgericht des Landes hob diese Entscheidung jedoch 2017 auf.

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Autor
Expertin für österreichische Casinos
Connie’s Passion war schon immer die deutsche Sprache, ihr erstes gesprochenes Wort „Reißverschluss“… Als Content Writerin bei Game Lounge verbindet sie diese Passion mit ihrem Faible für die schillernd-bunte Glücksspielwelt, indem sie diese in leuchtend-schöne Texte verpackt, um die Leser zu informieren und zu unterhalten. Nach dem Studium der deutschen Sprache hat sie neben vielseitigen Übersetzungsarbeiten auch sehr überzeugendes Copy Writing für den iGaming Bereich geliefert.

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