Verantwortungsvolles Glücksspiel

Ressourcen und Ratgeber, um problematisches Glücksspiel zu vermeiden

Weltweit gibt es viele Menschen, die ihre Freizeit gerne mit Glücksspiel verbringen. Das liegt auch generell in der Entscheidung des Einzelnen. Leider kann es durchaus vorkommen, dass das Glücksspiel einen negativen Einfluss auf das Leben des Spielers nimmt. In so einem Fall spricht man von Spielsucht. Mit unseren Tipps für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Glücksspiel behalten Sie immer die Kontrolle.

Die Beschäftigung mit dem Glücksspiel ist wesentlich häufiger, als man generell annimmt. So haben z.B. im letzten Jahr laut des Glücksspiel-Survey 2021 der Universität Bremen und des Institutes für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) „29,7 % der Bevölkerung […] in den letzten 12 Monaten mindestens ein Glücksspiel um Geld gespielt […] 12,8 % aller Befragten spielen mindestens wöchentlich“. Das an sich ist natürlich noch kein Nachweis für Spielsucht, zeigt aber einen überraschenden Trend. Auch wenn viele das Bild des nervösen Spielsüchtigen am Spielautomaten für ein Klischee halten, muss Spielsucht unbedingt ernst genommen werden.

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Was ist verantwortungsvolles Glücksspiel?

Verantwortungsvolles Glücksspiel ist im Prinzip das Genießen von Casino-Angeboten, ohne dass das alltägliche Leben des Spielers Schaden nimmt. Das beginnt ganz vorne mit der Akzeptanz des Umstandes, dass Glücksspiel zur Sucht führen kann. Viele Spieler wissen das zwar, nehmen es aber nicht hundertprozentig ernst. Dazu kommt, dass man sich als verantwortungsvoller Spieler regelmäßig selbst auf mögliche Anzeichen von Spielsucht überprüft. Entscheidend ist, dass der Spaß am Spiel im Vordergrund steht und nicht der Gewinn, oder sogar mögliche hohe Verluste. Wenn man das Gefühl hat, aus Zwang zu spielen, ist es besser, zunächst einmal eine Pause einzulegen.

Leiden Sie möglicherweise unter Spielsucht?

In den Spiegel zu blicken und sich selbst zu fragen, ob man süchtig ist, fällt niemandem leicht. Auf der anderen Seite ist das der erste Schritt und die wichtigste Aktion beim Erkennen und Verhindern von Spielsucht. Wir empfehlen jedem leidenschaftlichen Spieler, sich die folgende Liste gut durchzulesen und vielleicht sogar auszudrucken. Damit fällt es leichter, das eigene Verhalten regelmäßig zu überprüfen. Achten Sie auf die folgenden Symptome:

  • Haben Sie Schuldgefühle bezüglich der Geldbeträge, die Sie für Glücksspiel aufwenden?
  • Müssen Sie Ihre Einsätze erhöhen, um das gleiche Gefühl von Begeisterung zu empfinden?
  • Fällt es Ihnen schwer, das Spiel nach einem Verlust zu beenden?
  • Verursacht Ihr Glücksspiel finanzielle Schwierigkeiten für Sie oder gar Ihren gesamten Haushalt?
  • Beeinträchtigt das Glücksspiel Ihre persönlichen Beziehungen, Ihre Arbeit oder Ihre Studien?
  • Leiden Sie unter gesundheitlichen Problemen, die durch das Glücksspiel verursacht werden, zum Beispiel Stress oder Angstzustände?
  • Fühlen Sie sich unruhig, wenn Sie nicht spielen?
  • Haben Sie das Gefühl, dass Sie ein Glücksspielproblem haben?

So helfen Sie Spielsüchtigen

Nicht nur, wenn es um uns selbst geht, sollten wir aufmerksam sein. Auch Menschen in unserem Umfeld können unter Spielsucht leiden. Falls Sie die Vermutung haben, dass ein Mensch aus Ihrem persönlichen Kreis ein problematisches Verhältnis mit Glücksspiel hat, können Sie die folgenden Indikatoren zurate ziehen. Bedenken Sie aber bitte, dass ein einzelnes Zeichen noch kein direkter Hinweis auf eine Spielsucht ist. Vielmehr geht es darum, ein Gesamtbild zu erkennen und zu verhindern. Hier nun die wichtigsten Indikatoren:

Finanzielle Zeichen

  • Geld fehlt unerklärlich im Geldbeutel oder Bankkonto
  • Haushaltsobjekte oder Wertgegenstände verschwinden plötzlich
  • finanzielle Knappheit trotz eines regelmäßigen Gehalts
  • Mehrere Darlehen zur selben Zeit
  • Unbezahlte Rechnungen
  • die Person borgt regelmäßig Geld
  • zurückhaltend, wenn es um die eigenen finanziellen Abläufe geht
  • Mangel an Nahrungsmitteln in der Wohnung

Stimmung und Verhalten

  • die Arbeitsleistung ist beeinträchtigt
  • Veränderungen in der Persönlichkeit
  • Distanz und Kälte gegenüber Personen, die dem Spieler nahestehen
  • manipulatives Verhalten
  • Nervosität, Wut, Unruhe und Angst ohne ersichtlichen Grund
  • Nutzung von Drohungen und Lügen, um andere zu manipulieren
  • Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Frustration und Depression

Zeitliche Zeichen

  • zunehmende Zeit wird für Glücksspiel aufgewendet
  • die Person braucht sehr lange, um einfache Aufgaben zu vollenden
  • Geheimnistuerei und unerklärte Abwesenheiten
  • wiederholtes Zuspätkommen
  • die Person nimmt viele Tage frei von der Arbeit, um zu spielen

Als ein abschließender Hinweis sei hier erwähnt, dass Hilfe am besten mit Verständnis beginnt. Wenn Sie dem Leidenden mit Kritik oder gar Aggression begegnen, verringern Sie die Chancen auf eine Genesung.

Mindestalter für Glücksspiel und Schutz von Minderjährigen

Glücksspiel im Internet und die Teilnahme an Sportwetten sind in Österreich erst ab dem 18. Lebensjahr gestattet. Um Minderjährige vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen, kontrolliert sich die Industrie selbst und geht nicht aktiv auf junge Spieler zu. Es gibt außerdem sehr viel Informationsmaterial und mehrere Hotlines, wo sich die Spieler und aber zum Beispiel auch die Eltern informieren können. Dazu kommt, dass sowohl bei der Nutzung eines Online Casinos als auch beim Besuch einer physischen Spielbank eine Ausweispflicht besteht.

Werkzeuge für verantwortungsvolles Glücksspiel

Die Prävention der Spielsucht beginnt immer mit einem selbst. Dazu haben wir eine ganze Reihe von nützlichen Werkzeugen aufgelistet, die Sie auf jeden Fall einmal an sich testen sollten. Das ist nämlich auch ein sehr guter Indikator dafür, inwieweit Sie beim Thema Spielsucht gefährdet sind. Falls Ihnen die Einhaltung oder Nutzung der unten erwähnten Punkte nämlich schwerfällt, sollten Sie sich eventuell mit einer der Organisationen in Verbindung setzen, die bei Spielsucht Unterstützung bietet. Wenn Sie auf der anderen Seite keinerlei Schwierigkeiten im Umgang mit diesen Punkten haben, dann können Sie eher beruhigt sein.

Das alles sind übrigens Limits, die Sie sich auch selbst in Ihrem Konto beim entsprechenden Anbieter auferlegen können.

Einzahlungslimit

Der erste mögliche Schritt ist es, die eigenen Einzahlungen auf dem Konto beim Casino einzuschränken. Das kann zum Beispiel ein wöchentliches oder monatliches Limit sein. Wichtig hierbei ist, dass Sie Ihr eigenes Limit nicht umgehen, sondern damit strikt sind. Entscheiden Sie vorher, wie hoch der Betrag ist, den Sie monatlich verschmerzen können, ohne dass Ihre Lebensqualität leiden muss. Falls Sie den gesamten Betrag verlieren sollten, dann müssen Sie bis zum nächsten Stichtag warten, bis Sie Ihr Konto wieder aufladen können.

Verlustlimit

Ein ähnliches Vorgehen können Sie bei Ihren Verlusten wählen. Wenn Sie einen bestimmten Betrag verloren haben, sollten Sie das Spiel unbedingt abbrechen. So vermeiden Sie weitere Verluste. Hierbei handelt es sich nebenbei bemerkt um eine Taktik, die auch viele professionelle Glücksspieler anwenden. Es geht also nicht immer nur um Spielsucht, sondern es handelt sich hierbei um eine solide Strategie, wenn man mit Glücksspiel Verluste vermeiden und Profite erzielen möchte. Das Gleiche gilt übrigens für Gewinne. Sie sollten sich einen Wunschgewinn setzen und das Spiel beenden, sobald dieser erreicht ist. Ansonsten erhöht sich die Gefahr, dass Sie Ihr hart erspieltes Geld schnell wieder verlieren.

Zeitlimit

Es ist auf jeden Fall wichtig, sich bei der Zeit ebenso eine Begrenzung zu setzen. Das hat verschiedene Gründe. So vermeiden Sie es, Ihre gesamte Zeit für Glücksspiel aufzuwenden. Es bleibt noch genügend Zeit für andere Aktivitäten. Dazu kommt, dass Sie mit einem sinnvoll kalkulierten Zeitlimit Erschöpfung vermeiden können. Es ist hier auch hilfreich, dass Sie Zeitfenster vermeiden können, die besonders gefährlich sind. Wenn man zum Beispiel abends um 8 mit dem Spielen beginnt, dann ist die Chance sehr hoch, dass das Spiel bis spät in die Nacht fortgesetzt wird.

Pause vom Spiel

Falls Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über Ihr Verhalten zu verlieren, sollten Sie eine längere Pause einlegen. Fahren Sie in den Urlaub oder beschäftigen sich anderweitig. Nach einer oder zwei Wochen können Sie einen vorsichtigen Versuch wagen, wie sich Ihr Verhalten geändert hat. Dazu kommt, dass gerade das Glücksspiel im Internet ein sehr isolierendes Erlebnis sein kann. Da ist es oftmals hilfreich, die eigenen vier Wände zu verlassen und sich ein wenig vom Umfeld inspirieren zu lassen. So können Sie Ihre Perspektive zurückgewinnen.

Einsatzlimit

Wenn Sie hohe Verluste vermeiden möchten, ist es sinnvoll, sich ein Höchstlimit für die Einsätze festzulegen. Sie können sich dabei an den Mindesteinsätzen der Casinos orientieren. Falls Sie den Drang haben, den Einsatz stark zu erhöhen, sollten Ihre Alarmglocken angehen. Besonders wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen niedrige Einsätze nicht mehr das gleiche, aufregende Spielerlebnis ermöglichen, ist es an der Zeit, sich über Unterstützung zum Thema Spielsucht Gedanken zu machen.

Umsatzhistorie

Prüfen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Umsätze auf Ihrem Konto. Wenn ein Großteil davon mit Glücksspiel zusammenhängt, ist das auf jeden Fall ein Warnsignal. Hier können Sie auch Muster erkennen, um mehr über sich selbst zu erfahren. Wann genau machen Sie Ihre meisten Transaktionen? Wie hoch ist der Gesamtbetrag, den Sie für Glücksspiel aufwenden? Verlieren Sie mehr, als Sie gewinnen? Inwieweit überschneidet sich das Glücksspielbudget mit Ihren alltäglichen Kosten? Dieser Schritt hilft Ihnen, einen besseren Überblick über Ihre Finanzen und Ihr Verhalten zu erlangen. Eine Auflistung aller Ihrer Transaktionen im Casino finden Sie übrigens auch in Ihrem Kundenkonto in der Spielhalle.

Selbstausschluss

Falls Sie sich als akut gefährdet sehen, Glücksspielsüchtig zu sein oder zu werden, dann können Sie sich auch selbst vom Glücksspiel ausschließen. Dazu können Sie sich an das jeweilige Casino wenden. Casinos sind gesetzlich dazu verpflichtet, einen Selbstausschluss ernstzunehmen und die nötigen Schritte einzuleiten. Anschließend wird Ihr Konto gelöscht und Sie können kein neues mehr eröffnen, solange der Selbstausschluss besteht. In manchen Ländern wie Deutschland wird dieser Vorgang sogar zentral geregelt, Sie können also in keinem Casino mehr spielen. Das ist in Österreich aber nicht der Fall.

Selbstprüfung

Um Spielsucht zu vermeiden, ist es vor allem wichtig, dass Sie mit sich selbst ehrlich sind. Da steht die Selbstprüfung an erster Stelle. Dieser Prozess ist meist sehr unangenehm, aber wenn Sie sich selbst offen und ehrlich im Spiegel ansehen, dann werden Sie schnell ein klares Bild von der Situation bekommen. Online Spielhallen bietet zu diesem Zweck meistens Quiz und Fragebögen. Hierbei ist es wichtig, keinen Aspekt bewusst auszulassen. Beobachten Sie Ihr eigenes Verhalten, und wenn Sie Bedenken haben, machen Sie eine Pause. Falls das nichts hilft, wenden Sie sich an Freunde und Bekannte, oder auch an eine der vielen Organisationen, die bei Spielsucht mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Alarm

Falls Sie mit der Einhaltung eines zeitlichen Limits Schwierigkeiten haben, ist es durchaus hilfreich, sich einen Alarm zu stellen. Das können Sie ganz einfach mit Ihrem Smartphone tun. Neben der Uhr des Geräts gibt es für diesen Zweck inzwischen zahlreiche Apps, die man genau nach den eigenen Ansprüchen programmieren kann. Ein Alarm hilft enorm dabei, nicht das Zeitgefühl zu verlieren. Das ist besonders entscheidend bei Online Casinos, da man sich hier durch die attraktive Präsentation und die praktische Anwendung schnell selbst im Spiel verlieren kann. Seriöse Spielhallen bieten zudem die Möglichkeit, auch im Interface Alarms einzustellen.

Organisationen, die Hilfe und Unterstützung anbieten

Sozialministerium

Natürlich bietet auch in Österreich die Regierung Hilfe und Unterstützung an. Das Sozialministerium hat hierzu eine eigene Seite mit zahlreichen Informationen und Hilfsangeboten eingerichtet. Sie finden hier unter anderem einen Selbsttest, mit dem Sie einmal überprüfen können, ob Sie sich zur Gefahrengruppe für Spielsucht zählen sollten. Auch das Thema Computerspielsucht wird hier behandelt.

Spielsuchthilfe

Die kostenfreie Einrichtung Spielsuchthilfe bietet Informationen und Prävention, aber auch die Behandlung von Spielsucht an. Das Angebot ist auf Wunsch anonym und beinhaltet unter anderem Beratung und Therapie. Die Einrichtung kann telefonisch unter (1) 544 13 57 erreicht werden und ist in ganz Österreich verfügbar.

Anonyme Spieler

Ähnlich den anonymen Alkoholikern bietet dieser Verein Unterstützung für Menschen, die sich von ihrer Spielsucht befreien möchten. Man findet hier unter anderem psychotherapeutische Beratung oder auch geleitete Gruppen. Auch die Vermittlung in eine stationäre Therapie kann hier stattfinden. Sie erreichen den Verein montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr unter 0660 / 123 66 74.

Weltweite Hilfe:

LandOrganisation
USAThe National Council on Problem Gambling
USASubstance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA)
ArgentinienJuego Responsable – Tel: 0800-333-0333, WhatsApp 011-1524416058
BelgienVAD, Tel: 02 423 03 33
BrasilienJogadores Anônimos, Tel: (11) 3229-1023
KanadaProblemGambling, Tel: 1-866-531-2600
ChilePsicólogos Ludopatía Chile, Tel: 9 222 3860
DeutschlandSpielen mit Verantwortung: Glücksspielsucht, Tel: 0800-1 37 27 00
SpanienFEJAR, Tel: 900 200 225

Häufig gestellte Fragen

Ja, auf https://www.begambleaware.org/ können Sie rund um die Uhr mit jemandem chatten oder telefonieren. Hier wird Ihnen präventive oder auch akute Hilfestellung geboten.
Auf jeder Seite eines solchen Casinos finden Sie oben oder unten auf der Seite das 18+ Symbol.
Alle lizenzierten Casinos haben einen verantwortungsvolles Glücksspiel Bereich auf der Seite. Dort bekommen Sie weitere Informationen, sowie einen Test dem Sie sich selbst stellen können um weiterhin sicher zu spielen.