Keine Werbung für Glücksspiel mehr bei der Premier League

von Constanze
Veröffentlicht 01/09/2023

Derzeit gibt es acht Premier-League-Vereine, die Glücksspielunternehmen als Trikotsponsoren haben, mit einem geschätzten Wert von 60 Millionen Pfund pro Jahr. Das wird sich bald ändern.

Keine Werbung für Glücksspiel mehr bei der Premier League

Die Vereine der Premier League haben sich gemeinsam darauf verständigt, das Sponsoring von Glücksspielen auf der Vorderseite der Trikots zurückzuziehen.

Derzeit werden die Trikots von acht Premier-League-Vereinen von den Logos von Glücksspielunternehmen geziert, welche mit einem geschätzten Wert von 60 Mio. GBP pro Jahr das Sponsoring übernommen haben.

In einer Erklärung der Premier League heißt es, die Vereine hätten sich darauf geeinigt, das Glücksspielsponsoring von der Vorderseite der Trikots zu entfernen. Damit sind sie die erste Sportliga in Großbritannien, die eine solche Maßnahme freiwillig ergreift, um die Werbung für Glücksspiele zu reduzieren.

Woher kommt dieser Sinneswandel?

Dieser Ankündigung vorausgegangen war eine umfassende Konsultation, an der die Liga, ihre Vereine und das Ministerium für Kultur, Medien und Sport im Rahmen der laufenden Überprüfung der aktuellen Glücksspielgesetzgebung durch die Regierung beteiligt waren.

„Die Premier League arbeitet auch mit anderen Sportarten an der Entwicklung eines neuen Kodex für verantwortungsvolles Glücksspielsponsoring“, heißt es weiter.

Damit die Vereine der Premier League genug Zeit haben, neue Sponsoren zu gewinnen, wird der Tarifvertrag erst am Ende der Saison 2025/26 in Kraft treten. Die bisher bestehenden Sponsoringverträge mit Glücksspielunternehmen können in den nächsten drei Jahren weiterlaufen.

Die Wegnahme der Glücksspielbranchen-Logos ist schon ein großer Schritt, aber es wird davon ausgegangen, dass Glücksspielmarken auch nach der Saison 2025/26 in anderen Bereichen, wie z. B. auf den Ärmeln der Trikots und auf Werbetafeln, weiterhin gezeigt werden dürfen.

Denn in der Ankündigung der Premier League heißt es, die Vereine hätten zugestimmt, „das Glücksspiel-Sponsoring von der Vorderseite der Spieltagstrikots zurückzuziehen“, was andere Flächen allerding nicht mit einschließt.

Welche Rolle hat die Glücksspielindustrie im Englischen Fußball?

Acht von 20 Mannschaften der Premier League und sechs von 24 Mannschaften der Championship werden in dieser Saison von Unternehmen gesponsert, die mit dem Glücksspiel verbunden sind. Rick Parry, der Vorsitzende der EFL, deren eigene Wettbewerbe von Sky Bet gesponsert werden, sagte letztes Jahr, dass das Wettsponsoring der Liga und ihren Vereinen bis zu 40 Millionen Pfund pro Jahr wert sei.

Welche Vereine trifft diese Entscheidung?

Fünf der acht betroffenen Clubs gehören zu den Mannschaften, die im Abstiegskampf stecken. Diese sind aber auch dann noch betroffen, wenn sie absteigen, was aber nichts zur Sache tut, da die neue Bestimmung ja nicht sofort umgesetzt werden muss.

Mannschaften mit Wettsponsoren auf den Trikots sind:

  • Bournemouth
  • Brentford
  • Everton
  • Fulham
  • Leeds
  • Newcastle
  • Southampton
  • West Ham

Warum endet das Trikotsponsoring?

Carolyn Harris, die Vorsitzende der parteiübergreifenden parlamentarischen Gruppe für glücksspielbedingte Schäden, ist der Ansicht, dass Trikotsponsoring durch Wettunternehmen das Glücksspiel vor allem für Kinder „normalisiere“ und dass Glücksspielsponsoring im Sport in all seinen Formen verboten werden sollte – und langfristig auch werde.

Die Big-Step-Kampagne fordert ein Ende aller Glücksspielwerbung und des Sponsorings im Fußball. Die Kampagne wird von Menschen geführt, die durch das Glücksspiel geschädigt wurden, sowohl von genesenen Spielsüchtigen als auch von den Hinterbliebenen derjenigen, deren Spielsucht dazu beigetragen hat, dass sie sich das Leben genommen haben.

Verantwortungsbewusstes Spielen wird ernst genommen!

Im Juli letzten Jahres wurde berichtet, dass die Premier League ihre Vereine aufforderte, freiwillig aus dem Sponsoring von Glücksspielen auf T-Shirts auszusteigen, um eine gesetzliche Regelung abzuwenden.

Ein Weißbuch mit Empfehlungen zu Reformen des Glücksspielgesetzes, u.a. für mehr Spielerschutz, stand Berichten zufolge kurz vor der Veröffentlichung, als der ehemalige Premierminister Boris Johnson seinen Rücktritt ankündigte und das Projekt im letzten Sommer auf Eis legte.

Die anschließenden Turbulenzen innerhalb der Konservativen Partei und die letztendliche Ernennung von Premierminister Rishi Sunak führten zu weiteren Verzögerungen. Lucy Frazer, die derzeitige Staatssekretärin für Kultur, Medien und Sport, wurde im Februar ernannt.

In ihrer Rede im März vor dem jährlichen parlamentarischen Forum „Gambling with Lives“ räumte Frau Frazer ein, dass ein weiterer Ministerwechsel auch für dieses Projekt „sehr frustrierend sein muss“, versicherte aber, dass das Weißbuch weiterhin „absolute Priorität“ habe und die Regierung „sich verpflichtet, es bald zu veröffentlichen“.

Könnten Kryptowährungsunternehmen an die Leerstelle treten?

Die Football Supporters‘ Association möchte, dass die Fußballbehörden Regulierungsstandards für Kryptowährungen im Fußball einführen. Inwieweit diese Branche sich als neue Sponsorengruppe eignet, bleibt abzuwägen, da in Großbritannien viele der Kryptowährungsunternehmen klar mit Glücksspielunternehmen konnotiert sind.

Der Vorsitzende von Tranmere, Mark Palios, sagt, dass die kaufmännischen Direktoren der Clubs einfallsreicher sein und den Wert von Geschäften erkennen müssen, die die Rolle des Clubs innerhalb der lokalen Gemeinschaft widerspiegeln. Das Sponsoringmodell von Plymouth könnte auch eine größere Verbreitung finden, bei dem eine Marke, im Fall von Argyle der Lebensmittelhersteller Ginsters, einer lokalen Wohltätigkeitsorganisation die Fläche auf der Vorderseite des T-Shirts überlässt.

Die Änderungen können also eine Chance dazu sein, lokal ansässige Unternehmen zu fördern und die Verknüpfung zur jeweiligen Region eines Vereins zu festigen.

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Autor
Expertin für österreichische Casinos
Connie’s Passion war schon immer die deutsche Sprache, ihr erstes gesprochenes Wort „Reißverschluss“… Als Content Writerin bei Game Lounge verbindet sie diese Passion mit ihrem Faible für die schillernd-bunte Glücksspielwelt, indem sie diese in leuchtend-schöne Texte verpackt, um die Leser zu informieren und zu unterhalten. Nach dem Studium der deutschen Sprache hat sie neben vielseitigen Übersetzungsarbeiten auch sehr überzeugendes Copy Writing für den iGaming Bereich geliefert.

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