Facebook aktualisiert Marketing Richtlinie für Online Casinos

von Constanze
Veröffentlicht 28/11/2022
Facebook aktualisiert Marketing Richtlinie für Online Casinos

Facebook hat seine Marketing Richtlinien im Hinblick auf Online Glücksspiel überarbeitet: Eine neue Marketingrichtlinie sieht vor, dass Online Casinos, die auf der Plattform werben wollen, eine schriftliche Genehmigung von Meta Platforms einholen müssen.

Genehmigung im Sinne des Spielerschutzes

Um eine Genehmigung von Meta, der Muttergesellschaft des sozialen Netzwerks Facebook, zu erhalten, muss der Betreiber den Nachweis erbringen, dass die angebotenen Glücksspieldienste von einer Aufsichtsbehörde vollständig genehmigt wurden oder in jedem Fall in der geografischen Region, in der er Werbung machen möchte, legal sind.

Eine Änderung, die nicht alle Länder berührt. In Italien z.B. ist die Werbung für “Spiele und Wetten mit Geldgewinnen” auf allen “Computer-, digitalen und telematischen Kanälen, einschließlich sozialer Medien” (sowie bei Veranstaltungen und Manifestationen) bereits seit 2018 komplett verboten. In Österreich ist Werbung für Glücksspiel generell nur innerhalb eines strengen rechlichen Rahmens möglich, da das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz darauf schon lange eine Auge hat.

Die in dieser Aktualisierung der Facebook-Richtlinie enthaltenen Segmente umfassen alle Formen des Online-Glücksspiels, Boni, Werbeaktionen und Spiele, bei denen ein Bareinsatz erforderlich ist, um an einem Wettbewerb teilzunehmen, oder bei denen der Preis einen Geldwert hat, während landgestützte Geschäfte, staatliche Lotterien und Free-to-Play-Spiele ausgeschlossen sind.

Im Einklang mit dem Jugendschutz

Eine Klausel in der neuen Richtlinie besagt, dass sich solche Werbung auf keinen Fall an Personen unter 18 Jahren richten darf, um so einem gefährlichen Trend entgegenzuwirken, der bereits in der Vergangenheit zu beobachten war: Im Jahr 2019 ergab eine gemeinsame Untersuchung von The Guardian und dem dänischen Rundfunk, dass Hunderttausende von Konten, die von Minderjährigen angemeldet wurden, mit einem Interesse an Glücksspielen assoziiert wurden.

Facebook kennzeichnete daraufhin 740.000 Konten Minderjähriger in Europa mit dem Hinweis auf Glücksspielinteresse.

Die Tags des sozialen Netzwerks, die automatisch auf der Grundlage der Nutzeraktivitäten generiert werden, ermöglichen es den Werbetreibenden, die Zielgruppe ihrer Werbekampagnen anhand von Interessen zu bestimmen.

Schutz gegen Sniper Targeting

Ebenfalls 2019 berichtete Forbes, dass das britische Werbeunternehmen The Spinner mit mehreren Glücksspielunternehmen zusammenarbeitet, indem es die Mechanismen von Facebook ausnutzt, um Nutzer so zu manipulieren, dass sie mehr spielen, als sie es eigentlich tun würden.

Diese als “Sniper Targeting” bezeichnete Form der Manipulation zielt auf einzelne Nutzer ab, die regelmäßig Beiträge zu einem bestimmten Thema veröffentlichen.

Der Sprecher von The Spinner, Elliot Shefler, behauptete, dass die auf Facebook geschaltete Werbung auf Nutzer abzielte, die sich als deutlich engagierter erwiesen als Spieler, die nicht mit den Inhalten in Berührung gekommen waren, woraufhin Facebook beschloss, rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einzuleiten.

Hier geht es auch um Meta selbst

Die Neuregelungen scheinen aber auch folgerichtig und notwendig, um Meta wieder in einem besseren Licht erscheinen zu lassen: Kürzlich kehrte Meta nämlich in den Mittelpunkt einer weiteren Medienturbulenz zurück, als die Menschenrechtsaktivistin Tanya O’Carroll den Social-Media-Riesen verklagte und behauptete, er habe gegen britische Datenschutzgesetze verstoßen, weil er ihr Recht nicht respektiert habe, von Facebook zu verlangen, die Sammlung und Verarbeitung ihrer Daten einzustellen.

O’Carroll reichte die Klage beim High Court ein und wartet derzeit darauf, dass Meta die Klage annimmt und mitteilt, wie sich das Unternehmen zu verteidigen gedenkt.

In einem Interview mit der Sendung “Today” von BBC Radio 4 sagte O’Carroll: “In diesem Fall geht es wirklich darum, dass wir alle in der Lage sein wollen, uns zu unseren eigenen Bedingungen mit sozialen Medien zu verbinden und nicht zu akzeptieren, dass wir einer extrem aufdringlichen Verfolgung und Überwachung unseres Profils ausgesetzt werden, nur um auf den Dienst zugreifen zu können.